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Statistikamt: Brandenburgs Schülerzahlen steigen erneut

In Werder wird derzeit um die Zukunft des Gebäudes der ehemaligen Kindertagesstätte Anne Frank in den ehemaligen Kasernen in den Havelauen gerungen. Einerseits möchte das kommunale Wohnungsbauunternehmen dort Sozialwohnungen einrichten. Andererseits hat auch die benachbarte Waldorfschule dringenden Raumbedarf sehr deutlich angemeldet.

Bernd Reiher, 31.03.2026, 09:23 Uhr

Eine Entscheidung darüber wurde auf der Stadtverordnetenversammlung am 19. März wieder in die Ausschüsse zurück verwiesen. Am Tag darauf räumte Ditmar Wick bei Antenne Brandenburg ein, dass es Respekt für die Arbeit der Waldorfschule gebe. Er wies aber auch darauf hin, dass die Schülerzahlen in Werder und dem ganzen Land rückläufig seien.

Wick ist im politischen Werder kein unbeschriebenes Blatt, denn er ist Vorsitzender der Fraktion CDU/FDP/BBT. Wick war vor Jahren einer der ersten in Blütenstadt, die auf den kommenden Geburtenknick und die Folgen für Schulen und Kitas hinwiesen. Was Wick sagt, hat in Werder durchaus Gewicht. Auch wenn es darum geht, ob die alte Kaserne in den Havelauen zukünftig Schulstandort oder ebenfalls dringend benötigter Wohnraum wird.

Umso erwähnenswerter sind daher neueste Zahlen des Statistikamt Berlin-Brandenburg, die statt einem Rückgang eine Trendwende in Richtung Zuwachs belegen. Lesen Sie mehr in der Medieninfo „Brandenburgs Schulen im Schuljahr 2025/26 – Schülerzahlen steigen erneut“ des hiesigen Hauses der Zahlen vom 26. März 2025.

Schülerzahlen steigen erneut

Brandenburgs Schulen im Schuljahr 2025/26 

Im Schuljahr 2025/26 besuchen insgesamt 323.450 Schülerinnen und Schüler die allgemeinbildenden und beruflichen Schulen in Brandenburg. Das sind 0,8 % oder 2.484 Personen mehr als im vergangenen Schuljahr, wie das Amt für Statistik Berlin-Brandenburg mitteilt.

0,8 % Wachstum an allgemeinbildenden Schulen

Über 284.000 Schülerinnen und Schüler (+2.282) lernen aktuell an den allgemeinbildenden Schulen. Dieses Wachstum lässt sich gleichermaßen auf deutsche Schülerinnen und Schüler (+1.327) wie auch auf ausländische Kinder und Jugendliche (+955) zurückführen. Etwa 257.000 Schülerinnen und Schüler besitzen die deutsche (+0,5 %) und rund 28.000 eine ausländische Staatsbürgerschaft (+3,6 %).

Während die Grundschulen (132.939 Kinder), Gesamtschulen (28.535), Gymnasien (58.073) und Förderschulen (9.894) erneut Zuwächse verzeichnen, stagnieren die Zahlen an den Oberschulen (49.615), Beruflichen Gymnasien (3.929) und Schulen des Zweiten Bildungsweges (1.313) in Folge.

Erneut weniger Einschulungen

Zum Schuljahr 2025/26 wurden rund 24.000 Kinder eingeschult – das waren zum zweiten Mal in Folge weniger als im Vorjahr (–702). Dieser Rückgang ist an fast allen Schulformen sichtbar. Lediglich an Förderschulen gab es einen geringen Anstieg (+51). Die Erstklässler machen etwa 8 % der Schülerschaft der allgemeinbildenden Schulen aus.

Positive Entwicklung an beruflichen Schulen

Auch die beruflichen Schulen verzeichnen wiederholt eine positive Entwicklung: 39.152 Jugendliche besuchen eine dieser Einrichtungen, ein Plus von 0,5 % (+202) gegenüber dem Vorjahr. Während die Zahl deutscher Jugendlicher um 1 % (–347) leicht sank, stieg die Zahl ausländischer Jugendlicher mit +15,5 % (+549) deutlich an. Wie im Vorjahr sind die Fachschulen die einzige Ausnahme im Wachstumstrend. Deren Zahlen gingen leicht zurück.

https://www.statistik-berlin-brandenburg.de/presse/2026/41-schulen-brandenburg

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