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Rathaus: Staatssekretär Uwe Schüler besuchte KatS-Leuchtturm Werder

„Denken Sie an ältere, hilfsbedürftige Nachbarinnen und Nachbarn. Fragen sie, ob Hilfe benötigt wird“: So und ähnlich klangen Polizeidurchsagen beim großen Stromausfall im Januar 2026 in Berlin.

Bernd Reiher, 12.05.2026, 07:55 Uhr

Eine Problemlage, die wohl aus Sabotage entstand und für viele überraschend kam. In Brandenburg für solche Fälle in Zukunft besser gewappnet zu sein, dafür hat schon zwei Jahre vor dem großen Hauptstadt-Notstand die Landesregierung das Programm der Katastrophenschutz-Leuchttürme (KatS-Lt) aufgelegt. 332 solche Stationen sind geplant oder schon am Netz. Fünfmal gibt es alles auch als mobile Variante.

Katastrophenschutz-Leuchttürme sollen laut Innenministerium in „bevölkerungsschutzrelevanten Notfällen, wie im Falle eines großflächigen und langanhaltenden Stromausfalls als zentrale Anlaufstellen für die Bevölkerung dienen“. 40 Millionen Euro aus dem Landesetat wurden 2024 dafür bereitgestellt.

„Die Bürgerinnen und Bürger erhalten hier Informationen zur Schadenslage. Des Weiteren werden Erste Hilfe, Trinkwassernotversorgung, die Möglichkeit, Notrufe abzusetzen sowie die Organisation von Hilfsmaßnahmen für Personen, die auf Unterstützung angewiesen sind angeboten“, so das Innenmimisterium weiter. Zudem sollen die KatS-Lt können auch zeitlich begrenzt als Wärmeinseln genutzt werden.

Für mögliche Problemlagen in Werder ist die Havelauenhalle als Katastrophenschutz-Leuchtturm ausgewählt und ertüchtigt worden. Wie sie im Ernstfall funktionert und aufgebaut wird, darüber haben sich im April eine Delegation aus Kommunalpolitik und dem Innenstaatssekretär Uwe Schüler vor Ort informiert. Lesen Sie mehr in einer Presseinfo des Rathauses vom 22. April 2026.

Staatssekretär Uwe Schüler besucht KatS-Leuchtturm Werder (Havel)

Elf Mitglieder des Katastrophenschutz-Teams bauten den Leuchtturm in knapp einer Stunde nach der Alarmierung vollständig auf.

Brandenburgs Innen-Staatssekretär Uwe Schüler hat am Dienstag eine Aufstellübung des Katastrophenschutz-Leuchtturms in der Havelauenhalle in Werder (Havel) besucht. Dabei konnte er sich ein Bild davon machen, wie schnell und zuverlässig die Anlage im Ernstfall betriebsbereit ist.

Elf Mitglieder des Katastrophenschutz-Teams bauten den Leuchtturm in knapp einer Stunde nach der Alarmierung vollständig auf. Die Übung wurde koordiniert von Einsatzleiter Rainer Schulz. Begleitet wurde der Termin von Bürgermeisterin Manuela Saß, dem 1. Beigeordneten Christian Große sowie dem Fachbereichsleiter Philipp Konopka.

Weichenstellung im Land – Umsetzung vor Ort

Die Grundlage für die Katastrophenschutz-Leuchttürme wurde zwischen den Jahren 2019 und 2023 vom Land Brandenburg gelegt. In dieser Phase wurden Konzeption, Finanzierung und strategische Ausrichtung vorbereitet. Bis Januar waren landesweit 337 Leuchttürme einsatzbereit. Das Land stellte dafür insgesamt rund 40 Millionen Euro bereit. Auch das Projekt in Werder wurde mit diesen Mitteln unterstützt.

„Ich bin beeindruckt, in welchem Tempo und in welcher Qualität hier gearbeitet wird“, sagte Uwe Schüler vor Ort. „Es ist etwas Besonderes zu sehen, wie der Katastrophenschutz-Leuchtturm hier in Werder (Havel) lebendig wird.“ Zugleich dankte er für die Arbeit des Teams: „Wir können als Politiker einen Rahmen geben und Mittel bereitstellen – am Ende sind es die Menschen vor Ort und ihr Engagement, die ein solches Projekt tragen.“

Uwe Schüler verwies darauf, dass sich Gefahrenlagen verändert haben. Neben extremen Wetterereignissen können auch technische Störungen oder gezielte Sabotageakte, wie unlängst im Berliner Bezirk Steglitz-Zehlendorf, zu langanhaltenden Stromausfällen führen. „Wir hoffen, dass kein Ernstfall eintritt und wir unsere Katastrophenschutz-Leuchttürme nie brauchen. Die Stadt Werder zeigt, dass sie für solche Ereignisse gut vorbereitet ist“, so Uwe Schüler.

Starkes Ehrenamt als Grundlage

Das Werderaner Leuchtturm-Team besteht aktuell aus 26 Mitgliedern. Es hat sich seit dem ersten Aufruf im Januar 2025 schrittweise aufgebaut. Eine erste größere Übung fand im November 2025 statt, eine weitere ist für den 20. Juni geplant. Erstmals sind dazu auch Bürger eingeladen, sich zu beteiligen.

Bürgermeisterin Manuela Saß betonte die Rolle des Engagements vor Ort: „Wir sind bei unserem Katastrophenschutz-Leuchtturm in der Region vergleichsweise weit fortgeschritten. Das liegt daran, dass viele Werderanerinnen und Werderaner bereit sind, sich ehrenamtlich einzubringen. Dieses Engagement stärkt unsere Widerstandskraft für Notlagen, die wir hoffentlich nie erleben müssen.“

Anlaufstelle für den Ernstfall

Katastrophenschutz-Leuchttürme dienen in Notlagen als zentrale Anlaufstellen für die Bevölkerung. In Werder (Havel) ist der Standort in der Havelauenhalle. Dort können Bürger im Ernstfall Informationen zur Lage erhalten. Zudem werden Erste Hilfe, Trinkwassernotversorgung sowie Unterstützung für hilfsbedürftige Personen organisiert. Auch das Aufwärmen von Speisen, das Laden mobiler Geräte und die Sicherstellung von Kommunikationsmöglichkeiten – etwa für Notrufe – gehören zum Angebot.

Der Landkreis Potsdam-Mittelmark ist als Katastrophenschutzbehörde zuständig. Im Ereignisfall unterstützt die Stadt Werder (Havel) mit eigenen Kräften und Infrastruktur. Dafür wurde ein gemeinsames Team aus Ehrenamtlichen und Mitarbeitern der Stadtverwaltung aufgebaut. Regelmäßige Schulungen und Übungen sichern die Einsatzbereitschaft.