Die Preise gingen nach Kremmen, Werder (Havel), Sonnenwalde und Lübbenau/Spreewald. Das zweitplatzierte Schülerprojekt aus Blütenstadt „Pfotenhilfe – Gemeinsam für Tierheime“ organisierte eine Spendenaktion für das Tierheim Brandenburg. Lesen Sie mehr in einer Medieninfo des Brandenburger Ministeriums für Land- und Ernährungswirtschaft, Umwelt und Verbraucher (MLEUV) vom 2. Oktober 2026.
Bernd Reiher, 11.10.2026, 07:45 Uhr
„Jugend bewegt Tierwohl“: Die Gewinnerinnen und Gewinner des dritten Tierschutzwettbewerbs stehen fest
Die Gewinnerinnen und Gewinner des dritten Tierschutzwettbewerbs der Landestierschutzbeauftragten stehen fest. Die Jury hat aus den Einsendungen von Kindern und Jugendlichen die drei überzeugendsten Projekte ausgewählt.
Den ersten Platz belegt die Goethe-Grundschule Kremmen: Mit einem umfassenden Insektenschutzprojekt hat sie klassenübergreifend und unter Einbeziehung der gesamten Region zahlreiche wirkungsvolle Aktionen umgesetzt.
Der 2. Platz geht an die Schülerin Paula aus Werder (Havel) (Potsdam-Mittelmark), für ihr Projekt „Pfotenhilfe-Gemeinsam für Tierheime“.
Den 3. Platz gewinnt das Projekt „Alle Tiere müssen trinken“ der Klasse 3a der Grundschule Sonnewalde (Elbe-Elster). Der zusätzlich dotierte „Zukunftspreis für Tierschutz“ geht an Jugendliche der Oberschule Ehm Welk, die vom AWO Bezirksverband Brandenburg Süd e.V. unterstützt wurden. Ihr Hilfsprojekt für das Tierheim Cottbus verbindet Tierschutz und die Stärkung der Selbstwirksamkeit junger Menschen auf herausragende Weise. Der Wettbewerb stand in diesem Jahr unter dem Motto „Jugend bewegt Tierwohl“.
„Mit ihren Einsendungen zum dritten Tierschutzwettbewerb haben Kinder und Jugendliche erneut gezeigt, wie viel Herz sie für Tiere haben, und dabei Kreativität und Wissen bewiesen. In diesem Jahr standen nachhaltig wirksame Projekte im Mittelpunkt, etwa zum Arten- und Insektenschutz oder zur gezielten Unterstützung von Tierheimen. Den jungen Menschen war es außerdem wichtig, über die Lebensbedingungen von Tieren, verantwortungsvolle Tierhaltung und notwendige Schutzmaßnahmen aufzuklären. Es ist von großer Bedeutung, dass sich schon die junge Generation mit den Bedürfnissen von Tieren und einem respektvollen Umgang auseinandersetzt. Ich freue mich über die hohe Beteiligung und den Einfallsreichtum und danke allen für ihr großartiges Engagement.“
Landestierschutzbeauftragte Dr. Anne Zinke
Bereits zum dritten Mal schrieb die Landestierschutzbeauftragte den Tierschutzwettbewerb für Kinder und Jugendliche im Land Brandenburg aus. Bis zu den Sommerferien konnten sie ihre Beiträge einreichen. Entstanden sind hervorragende Projekte, durch die die jungen Teilnehmerinnen und Teilnehmer ihr Wissen erweitern konnten und zeitgleich ein hoher Nutzen für die Tierwelt erreicht wurde.
Der Wettbewerb leistet zudem einen wichtigen Beitrag zur Stärkung der Selbstwirksamkeit sowie sozialer und praktischer Kompetenzen junger Menschen. Die Projekte besitzen einen hohen Informations- und Aufklärungsgehalt und bieten wertvolle Anregungen für zukünftige Aktionen. Sie sind gut übertragbar und lassen sich thematisch im Unterricht sowie in der Kinder- und Jugendarbeit einsetzen.
Die Preisträger des 3. Tierschutzwettbewerbs im Einzelnen
Den 1. Platz belegt die Goethe-Grundschule in Kremmen (Oberhavel) mit ihrem Insektenschutzprojekt „Save the Six – Die Zukunft liegt in unserer Hand“.
Die gesamte Schule hat mit zahlreichen Einzelbeiträgen eine beeindruckende Aktion zum Arten- und Insektenschutz auf die Beine gestellt. Ausgehend von Vorlesetagen und der intensiven Beschäftigung mit dem Thema entstanden vielfältige Aktivitäten: Die Kinder schrieben Geschichten, bastelten, malten und gärtnerten. Alle Klassen nutzten die Gelegenheit, sich weiter mit dem Thema zu befassen. Auf dem Schulgelände und im Stadtpark legten sie insektenfreundliche Wiesen und Staudenbeete an. Wie schon beim Katzenkastrationsprojekt, mit dem die Schule 2024 den ersten Tierschutzwettbewerb gewonnen hatte, gelang es den Schülerinnen und Schülern erneut, viele Unterstützerinnen und Unterstützer aus der Region einzubinden. Neben Kindergärten, Hort, Jugendclub und engagierten Eltern beteiligten sich auch lokale Firmen mit Spenden für Saat- und Pflanzgut. Die Jury würdigt das herausragende, lehrreiche und kreative Projekt mit dem ersten Platz.
Der 2. Platz geht an die Schülerin Paula aus Werder (Havel) (Potsdam-Mittelmark), für ihr Projekt „Pfotenhilfe-Gemeinsam für Tierheime“.
Paula initiierte eine Spendenaktion für das Tierheim Brandenburg. Dafür erstellte sie 200 Flyer und verteilte diese in ihrer Schule. Paula rief dazu auf, Sachspenden für das Tierheim zu sammeln, um gemeinsam den dortigen Tieren zu helfen und Gutes zu tun. Die Beteiligung war enorm: Von Futter und Spezialfutter über Spielzeug für Hunde und Katzen bis hin zu Leckerlies und Tierzubehör wurde bis Ende Mai alles gesammelt, was den tierischen Bewohnern zugutekommt. Die Jury zeichnet diese Einsendung mit dem zweiten Platz aus, denn neben der wertvollen praktischen Unterstützung für das Tierheim gelang es der Schülerin, ihre Mitschülerinnen und Mitschüler über verantwortungsvolle Tierhaltung und die Bedeutung von Tierheimen für in Not geratene Tiere aufzuklären.
Den 3. Platz gewinnt das Projekt „Alle Tiere müssen trinken“ der Klasse 3a der Grundschule Sonnewalde (Elbe-Elster).
An der Grundschule Sonnewalde wird bereits viel für den Tierschutz getan: Im Laufe der Jahre entstanden Nistkästen und Futterhäuschen für Vögel, es wurden Bäume gepflanzt, Blumenbeete angelegt und Insektenhotels gebaut. Die Klasse 3a wollte darüber hinaus aktiv werden; sie entwickelte die Idee, aus alten Tontöpfen Tränken für Tiere zu gestalten – so entstand das Projekt „Alle Tiere müssen trinken“. Mit Unterstützung der Eltern beschafften die Kinder das notwendige Material und wurden kreativ tätig. Die Tontöpfe gestalteten und bemalten sie kunstvoll und stellten sie anschließend auf dem gesamten Schulgelände auf. Die regelmäßige Befüllung mit Wasser übernehmen die Kinder selbst. Darüber hinaus soll auch der örtliche Park mit den Tränken ausgestattet werden. Die Jury bewertet das Projekt als besonders wertvolle Aktion, denn gerade in zunehmend trockenen Zeiten kann wildlebenden Tieren durch solche Maßnahmen wirksam geholfen werden.
Der zusätzlich dotierte „Zukunftspreis für Tierschutz“ geht an Jugendliche der Oberschule Ehm Welk in Lübbenau/Spreewald (Oberspreewald-Lausitz), die von Fachkräften des AWO Bezirksverbands Brandenburg Süd e.V. begleitet wurden. Sie werden für ihr Projekt „Jugend hilft Pfoten – Selbstwirksamkeit durch soziales Engagement“ ausgezeichnet.
Den Jugendlichen im Alter von 12 bis 16 Jahren und den begleitenden Fachkräften ging es darum, den Tierschutzverein Cottbus e.V. und das dortige Tierheim konkret zu unterstützen. Zugleich wollten sie die gesellschaftliche Teilhabe und Selbstwirksamkeit von Jugendlichen aus allen sozialen Lebenslagen fördern. Eigenständig planten sie verschiedene Spenden- und Informationsaktionen und führten handlungsorientierte Workshops durch, in denen kreative Nähprodukte und Informationsmaterial zum Tierschutz entstanden. An ihrer Schule machten sie ihr Anliegen gezielt öffentlich: Dort boten sie die hergestellten Produkte sowie selbstgebackene Kuchen gegen freiwillige Spenden an und informierten ihre Mitschülerinnen und Mitschüler über Tierwohl, Tierschutz und verantwortungsvolle Tierhaltung. Mit ihrer kreativen Spendenaktion konnten die Jugendlichen dem Tierheim nicht nur erheblich helfen, sondern erlebten zugleich unmittelbar ihre eigene Selbstwirksamkeit. Das Projekt zeigt zudem eindrucksvoll, dass jede und jeder im Kleinen helfen kann und dass auch junge Menschen etwas bewegen können. Die Jury zeichnet dieses großartige Projekt mit dem Sonderpreis aus, weil es soziales Engagement, praktische Arbeit, aktiven Tierschutz und Tierschutzbildung in herausragender Weise verbindet.
Mehr Informationen zum Tierschutzwettbewerb: https://mleuv.brandenburg.de/mleuv/de/ueber-uns/landestierschutzbeauftragte/tierschutzwettbewerb-2025-2026/
