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Landratsamt: Blackout auch in Werder vorbeugen – Lehrgang für Feuerwehren in PM

Seit die Havelauenhalle in der Potsdamer Straße ertüchtigt wurde, im Notfall auch als Katastrophenschutz-Leuchtturm zur Verfügung zu stehen, ist zahlreich Technik hinzugekommen.

Bernd Reiher, 20.01.2026, 07:34 Uhr

Der richtige Umgang damit ist im Ernstfall von höchster Priorität. Ihn zu trainieren, dazu hatte der Landkreis Ende 2025 geladen. Mit dabei waren auch Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr sowie Einsatzkräfte des Katastrophenschutzes aus Werder. Lesen Sie mehr in einer Presseinfo des Landratsamtes vom 15. Januar. Foto unten:  Landkreis Potsdam-Mittelmark, FD 92, Mielenz.

Blackout vorbeugen: Lehrgang für Feuerwehren in Potsdam-Mittelmark vom THW

Wie schnell es gehen kann, zeigten die jüngsten Ereignisse in Berlin: Ob die Ursache widriges Wetter, technisches Versagen oder sogar kriminelles Handeln für einen langanhaltenden und flächendeckenden Stromausfall ist – gravierende Einschränkungen für das öffentliche und private Leben können die Folge sein.

Damit bei einer solchen Lage die Energieversorgung zumindest teilweise abgesichert werden kann, sollen die im vergangenen Jahr in Potsdam-Mittelmark eingeführten Katastrophenschutz-Leuchttürme den Bürgerinnen und Bürgern als zentrale Anlaufstellen dienen.

Inzwischen verfügt jede kreisangehörige Stadt oder Gemeinde im Landkreis über eine solche Einrichtung mit entsprechender Ausstattung. Dort gibt es im Krisenfall nicht nur wichtige Informationen, sondern es werden auch Erste Hilfe, Trinkwassernotversorgung, die Möglichkeit, eigene Nahrung aufzuwärmen sowie Hilfsmaßnahmen für bedürftige Personen angeboten.

Die Katastrophenschutz-Leuchttürme können einerseits als Wärmeinseln genutzt werden, aber zugleich auch Lademöglichkeiten für Handys oder Tablet-PCs bieten. Einen Notruf absetzen oder wichtige Daten elektronisch übertragen – auch dies wird hier ermöglicht.

Know How ist entscheidend für die Hilfeleistung

Die notwendige technische Ausrüstung setzt eine sachkundige Bedienung voraus. Das THW Bad Belzig verfügt über diese Technik und hatte vor Weihnachten auf Einladung des Landkreises die Feuerwehren der Region zu Gast.

Im Notfall sollen die Einsatzkräfte mit dem Material vertraut sein. Also trainierten Einsatzkräfte des Landkreises Potsdam-Mittelmark den sicheren Umgang mit Stromerzeugern und laienbedienbaren Einspeisesystemen.

Dieses Wissen ist entscheidend, um im Zivil- und Katastrophenschutzfall die Energieversorgung wichtiger Einrichtungen ebenso zuverlässig sicherzustellen wie auch die Funktion der Leuchttürme. Die unterschiedlichen Aggregate erfordern unterschiedliches Know How. Die größeren Anlagen sind für Krankenhäuser und andere bedeutende Einrichtungen bestimmt, kleinere Modelle dienen direkt für die Leuchttürme.

Das THW Bad Belzig hat diese hoch willkommene Ausbildung im Landkreis Potsdam-Mittelmark ermöglicht. Die Hälfte der Kommunen hatten ihre Kameraden der Freiwilligen Feuerwehren geschickt. Es ist die erste Ausbildung dieser Art im Landkreis, in diesem Jahr sollen noch vier weitere folgen.

https://www.potsdam-mittelmark.de/de/aktuelles-veranstaltungen/alle-meldungen/blackout-vorbeugen-lehrgang-fuer-feuerwehren-in-potsdam-mittelmark

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Rathaus zum Katastrophenschutz-Leuchtturm Havelauenhalle: Erfolgreicher Testlauf

Zentrale Anlaufstelle in Gefahrenlagen, das ist die neue, zusätzliche Funktion der Havelauenhalle, seitdem sie im Oktober als Katastrophenschutzleuchtturm ertüchtigt wurde.

Bernd Reiher, 07.12.2025, 21:06 Uhr

„Mit Beginn und dem weiteren Fortgang des Ukraine-Krieges und damit einhergehender Eskalationen steigt die Wahrscheinlichkeit von weiteren Sabotageakten gegen die deutsche Energieinfrastruktur, wie z. B. die Sabotage der Nord-Stream-Pipelines oder der Deutschen Bahn“, heißt es zu den Hintergründen des Kat-Leuchtturm-Programmes vom brandenburgischen Ministerium für Inneres und Kommunales. Dafür bereitgestellte Mittel: 39.687.360 Euro.

Außerdem, so die Behörde weiter, hätten auch die Erfahrungen im Ahrtal 2021, im Münsterland 2005 sowie in Berlin-Köpenick 2019 gezeigt, wie „schnell widrige Witterungsverhältnisse, technisches oder menschliches Versagen sowie vorsätzliches Handeln einen langanhaltenden und flächendeckenden Stromausfall mit erheblichen Einschränkungen für das öffentliche und private Leben hervorrufen können.“ In solchen „bevölkerungsschutzrelevanten Notfällen“ sollen laut Ministerium Katastrophenschutz-Leuchttürme als „zentrale Anlaufstellen für die Bevölkerung“ dienen.

Mitte November hat nun der Werderaner Katastrophenschutz-Leuchtturm Havelauenhalle seine Feuertaufe erlebt. Lesen Sie mehr in einer Rathausinfo vom 17. November 2025.

Erfolgreicher Testlauf im Blackout-Szenario

In der Werderaner Havelauenhalle wurde am Samstag der Krisenfall geprobt. Die Sporthalle in der Potsdamer Straße 4 verwandelte sich binnen kurzer Zeit in einen Katastrophenschutzleuchtturm. Ein Team aus etwa 15 Ehrenamtlern übte erfolgreich den Aufbau und die Inbetriebnahme der Einrichtung, die der Bevölkerung in Notlagen eine zentrale Anlaufstelle sein soll.

Rund 40 freiwillige Beobachter aus dem Bereich des Brand- und Katastrophenschutzes in der Region begleiteten die Übung. Das Szenario: Nach einem ersten begrenzten Stromausfall hat der Verwaltungsstab der Stadt Werder (Havel) entschieden, zum Schutz der Bevölkerung den Katastrophenschutzleuchtturm in Betrieb zu nehmen. Währenddessen kam es zum Blackout, also einem großflächigen Stromausfall.

Was soll der Katastrophenschutzleuchtturm leisten? An erster Stelle steht die Information: Was ist passiert? Wie lange dauert die Lage voraussichtlich noch an? Wie und wo bekomme ich Hilfe? Darüber hinaus ist es möglich, vor Ort Notrufe abzusetzen oder Erste Hilfe zu erhalten. Bürger können sich außerdem aufwärmen, erhalten Zugang zu Trinkwasser, können Endgeräte aufladen oder mitgebrachte Speisen erwärmen.

Edeka unterstützt Übungen

Für den Testfall stellte Edeka-Inhaberin Katrin Schneider verschiedene Mikrowellengerichte zur Verfügung, die vor Ort an der Versorgungsstrecke aufgewärmt werden konnten. Auch bei den künftig zweimal im Jahr stattfindenden Übungen im Katastrophenschutzleuchtturm sagte sie Unterstützung zu. „Darüber sind wir sehr dankbar, denn solche Angebote helfen uns dabei, die Übungen für alle Beteiligten realer zu machen und mögliche Schwachstellen im Vorfeld zu erkennen“, so Fachbereichsleiter und Projektleiter Philipp Konopka, der die Übung organisiert hat.

Am Hallentor tuckert das Notstromaggregat, im Inneren stellt das Personal Tische, Bänke, Lichtmast und Geräte auf. Wer für Strom, Wasser, Einlass, Erste Hilfe und Technik zuständig ist, wird vorher festgelegt. Für das Team ist es nach der Gründung die erste testweise Inbetriebnahme der Einrichtung. Wärmedecken, Klappstühle, Mikrowellen, Hinweisschilder – alles findet nach und nach seinen Platz vor und in der Halle. Währenddessen finden sich die ersten Beobachter vor der Tür ein, die zugleich verschiedenste Bedürfnisse in der Notlage simulieren werden.

Dann geht es los: Der Leuchtturm öffnet seine Pforte. Am Einlass werden die Hilfesuchenden zur aktuellen Lage informiert, registriert und eingewiesen, welche Leistungen der Katastrophenschutzleuchtturm bietet. An der Versorgungsstrecke stehen warmer Tee und Kaffee, Mikrowellen, Trinkwasser und Möglichkeiten zur Erwärmung von Babynahrung bereit. Eine Viertelstunde nach Inbetriebnahme haben sich die rund 40 Personen in der Halle eingefunden. Regelmäßig gibt der Leiter der Einheit per Megafon Durchsagen zur Entwicklung des Szenarios durch.

Positives Fazit und Dank an die Beteiligten

Das Fazit ist positiv: „Alle Kernaufgaben des Leuchtturms konnten bei der Übung erfolgreich ausgeführt und getestet werden. Die Hinweise der Beobachter werden wir als nächstes sichten und gemeinsam mit dem Team auswerten“, resümiert Philipp Konopka. Gemeinsam mit Werders 1. Beigeordneten Christian Große dankt er allen Freiwilligen und Akteuren, die an der erfolgreichen Durchführung der Übung beteiligt waren.

„In einer Notlage ist ein solcher Leuchtturm ein entscheidendes Instrument für die Information und den Schutz der Bevölkerung. Das, was hier simuliert wird, gibt dem Team mehr und mehr Sicherheit, die es im Ernstfall vor allem braucht“, sagt Christian Große. Künftig soll bei den Übungen am Katastrophenschutzleuchtturm auch die Öffentlichkeit beteiligt werden.

In besonderen Notlagen unterstützen die Städte und Gemeinden den Landkreis Potsdam-Mittelmark bei der Wahrnehmung seiner Aufgaben als Katastrophenschutzbehörde. Im gesamten Landkreis gibt es 19 feste Katastrophenschutzleuchttürme. Weitere Informationen zur Ausstattung des Werderaner Katastrophenschutzleuchtturms finden Sie hier.