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Vor Gette-Gemälde zeigt Erhard Schulz der Bürgermeisterin und Kerstin Neitzel Beitrag im Heimatheft 2013_Foto_hkxjpg quellestadtwerder

Stadtverwaltung: Fielmanns Kulturförderung schenkt der Stadt ein Bild

Werder (Havel), 27.02.2023 – „Kleinstadtsommer“ ist der Name eines Gemäldes, das 1905 in Werder entstanden und jetzt in die Blütenstadt zurückgekommen ist. Möglich gemacht hat dies die Fielmann Kulturförderung. Lesen Sie mehr in der städtischen Pressemitteilung vom 23. Februar 2023.

Fielmanns Kulturförderung schenkt der Stadt ein Bild

Die Stadt Werder (Havel) hat von der Kulturförderung der Fielmann AG ein Gemälde von Oswald Gette geschenkt bekommen. Es handelt sich um ein Motiv des Marktplatzes von 1905. Bildtitel: „Kleinstadtsommer“. Fielmanns Kulturförderung ersteigerte das Ölgemälde bei einer Auktion.

Bürgermeisterin Manuela Saß übergab es mit Kerstin Neitzel von der Fielmann AG am Mittwoch dem Heimatverein Werder(Havel) als Dauerleihgabe. Es bekommt einen repräsentativen Platz im Vereinssitz in den Werderwiesen 1.

Oswald Gette (1872-1941) war ein Schüler des bekannten Werderaner Malers und Ehrenbürgers Karl Hagemeister. Oswald Gette hatte, womöglich durch seinen Lehrer, eine Verbindung zu Werder und nutzte die pittoreske Lage und die Altstadtgässchen immer wieder als Motiv. Er stammte aus Grazudenz (jetzt Grudziądz, Polen), studierte Malerei an der Königlichen Akademie der Künste in Berlin und wohnte im Stadtteil Friedenau.

Das Bild „Kleinstadtsommer“ zeigt den durch mehrere Frauen und Mädchen in langen Kleidern belebten Marktplatz von Werder (Havel) mit der damals  zentralen Siegessäule. Der einzige Mann auf dem Bild mit Strohhut und Schürze, vielleicht ein Geschäftsinhaber, fegt den Platz mit einem Besen. Selbst die üppigen Baumkronen scheinen die Menschen hier kaum vor dem gleißenden Sonnenlicht zu schützen.

Während es bei der Bildauktion noch geheißen hatte, es sei „nicht eindeutig nachzuweisen“, ob es sich bei dem Motiv um Werder (Havel) handelt, erfolgte am Mittwoch durch den Heimatverein die Klarstellung. Vereinsvorsitzender Erhard Schulz versicherte: „Das ist ganz eindeutig der Marktplatz im Jahr 1905, dass lässt sich nicht nur mit alten Postkarten abgleichen.“

Erhard Schulz identifiziert Werder einerseits an Details der „kleinen Siegessäule“ in Erinnerung an die Schlacht von Sedan, über die er selbst in den Heimatgeschichtlichen Beiträgen 2013 recherchiert hat. Sie wurde im Zuge einer geplanten Umgestaltung des Marktplatzes im Jahr 1938 abgebaut. Anderseits erkannte Erhard Schulz das rote Haus mit Schmuckgiebel wieder,  das mal an der Nordostseite des Marktes gestanden hatte. „Ein Schulkamerad hat dort gewohnt. Das Haus wurde erst in der DDR-Zeit abgerissen.“

Bürgermeisterin Manuela Saß hatte die Bildübergabe bei der Jahreshauptversammlung des Heimatvereins am Vorabend bereits angekündigt, dort war die Freude darüber groß. „Man muss sich auch nur kurz mit Herrn Schulz über das Motiv unterhalten, um zu erkennen, dass das Bild beim Heimatverein genau richtig ist“, so die Bürgermeisterin. „Ich wäre kein bisschen überrascht, wenn es demnächst noch einen zweiten Teil zum damaligen Artikel in den Heimatgeschichtlichen Beiträgen geben wird.“

Manuela Saß dankte der Kulturförderung der Fielmann AG für das Geschenk. „Als mich die Frage erreichte, ob wir ein Bild mit einem historischen Stadtmotiv geschenkt haben wollen, war ich erstmal platt. Normalerweise erreichen mich Anfragen, die ganz anderer Natur sind.“

Kerstin Neitzel, Niederlassungsleiterin der Fielmann AG in Brandenburg an der Havel, erklärte, wie die Kulturförderung des Unternehmens funktioniert.

Bundesweit werden kleine und mittlere Museen, Archive, Bibliotheken und Kommunen unterstützt. In Brandenburg wird dieses gesellschaftliche Engagement von Kerstin Neitzel getragen. „Man könnte sagen, dass Kunst und Kulturgut an die Orte und in die Öffentlichkeit gebracht werden sollen, wo sie ihre Geschichte entfalten können und Teil der gemeinsamen kulturellen Geschichte sind“, so Kerstin Neitzel. „Das passt in diesem Fall ja ganz wunderbar.“

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