Eierautomat an der Schranke, Honigverkaufsmaschine Werderpark, Kunstautomat Insel, Snackautomat Kemnitzer Straße: In Sachen Automatenshopping ist in Blütenstadt schon einiges geboten.
Bernd Reiher, 26.04.2026, 08:42 Uhr
Beim Thema Verkaufroboter allerdings wäre in Werder und ganz Brandenburg noch sehr viel mehr möglich, vom Fleischerautomaten über Eisverkaufsmaschinen bis hin zu ganzen Automatenkaufhallen, -spätis und -restaurants, wenn das Ladenöffnungsgesetz in seiner aktuellen Form nicht wär.

Der technischen Entwicklung mit diesem Regularium nicht im Wege zu stehen und die Vorteile der neuen Generation von Verkaufsautomaten für Stadt und Land voll auszuspielen, dafür hat sich die Brandenburger Landesregierung auf den Weg gemacht, das Ladenöffnungsgesetz zu reformieren.

Ein Entwurf der Novelle wird derzeit im Landtag besprochen. Lesen Sie mehr in einer Medieninfo des Ministeriums für Arbeit, Soziales, Gesundheit und gesellschaftlichen Zusammenhalt vom 31. März 2026.
Im Bild: Automatenspäti und -fleischer sowie Eisroboter in Leipzig; Automatenrestaurant im Hauptbahnhof der Messestadt. Alle Bilder: Bernd Reiher.

Clevere Supermärkte: Landesregierung bringt verändertes Ladenöffnungsgesetz auf den Weg
Vollautomatisierte Supermärkte, sogenannte Smart-Stores, gewinnen insbesondere im ländlichen Raum zunehmend an Bedeutung. Diese neuen Vertriebsformen stellen das geltende Ladenöffnungsrecht jedoch vor Herausforderungen.
Mit dem heute vom Kabinett beschlossenen Gesetzesentwurf zur Änderung des Brandenburgischen Ladenöffnungsgesetzes soll es künftig möglich werden, neben Warenautomaten auch vollautomatisierte Smart-Stores ohne Verkaufspersonal an sieben Tagen pro Woche bis zu 24 Stunden zu betreiben. Das Gesetz wird nun dem Landtag zur Beratung übergeben.
„Gerade im ländlichen Raum ist es wichtig, dass Menschen Waren des täglichen Bedarfs auch zukünftig wohnortnah einkaufen können. Wo klassische Supermarktangebote unter Druck geraten, können vollautomatisierte Verkaufsstellen einen wichtigen Beitrag zur Versorgung leisten. Entscheidend für die Ausgestaltung des Gesetzesentwurfes war, einen tragfähigen Ausgleich zwischen wirtschaftlicher Innovation, Verbraucherinteressen und dem Schutz verfassungsrechtlich verbürgter Rechtsgüter zu finden – insbesondere mit Blick auf den Arbeitnehmerschutz, Sonn- und Feiertagsruhe sowie die öffentliche Sicherheit und Ordnung. Das ist uns mit dem vorliegenden Entwurf gelungen, der sich an den Interessen der Menschen orientiert und Wege für die Nahversorgung der Zukunft eröffnet.“
Minister René Wilke
Eckpunkte des Gesetzentwurf
- Erstens gelten die erweiterten Öffnungsmöglichkeiten ausschließlich für vollautomatisierte Verkaufsstellen ohne Verkaufspersonal. So bleibt der Schutz der Arbeitsruhe an Sonn- und Feiertagen gewahrt, während der Betrieb technisch ermöglicht wird.
- Zweitens ist eine Flächenbegrenzung auf 250 Quadratmeter vorgesehen. Damit wird sichergestellt, dass die Regelung der wohnortnahen Nahversorgung dient und nicht zur Ausweitung großflächiger Einzelhandelsstrukturen führt.
- Drittens werden den Kommunen Gestaltungsspielräume eingeräumt: Die örtlich zuständigen Ordnungsbehörden erhalten die Möglichkeit, die Ladenöffnungen während der Ladenschlusszeiten – das heißt an Sonn- und Feiertagen sowie am 24. Dezember ab 14 Uhr – zuzulassen. So kann den jeweiligen örtlichen Gegebenheiten Rechnung getragen und sichergestellt werden, dass „Smart Stores“ so zum Einsatz kommen, dass sie einen tatsächlichen Mehrwert für die Versorgung bieten.
Hintergrund
Erklärtes Ziel der Landesregierung ist es, dass Brandenburg als Flächenland in allen Regionen gleichwertige Lebensverhältnisse bietet. Die Anpassung des Brandenburgischen Ladenöffnungsgesetzes zur Betreibung von „Smart Stores“ an sieben Tagen die Woche stellt die Maßnahme Nummer 41 des Maßnahmenkatalogs aus dem Koalitionsvertrag dar.
